Blog zu Legasthenie und Dyskalkulie

Arbeitskreis Legasthenie Bayern e.V.

Mit Fünfen und Sechsen auf Du und Du: Eine Mutter berichtet (mail 3)

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Zum Glück gibt es wahre Freundinnen!

Allen kann man so etwas ja leider nicht anvertrauen. Unter uns Müttern geht es nicht so gemütlich zu, wie ich früher dachte. Wenn da eine zugibt, dass ihr Kind schulisch durchhängt, oh, da wird getuschelt: Kriegt das Kind zuwenig Schlaf, zuviel TV, machen die Eltern was falsch? Oder ist der Schüler, die Schülerin mit den Fünfen vielleicht geistig zurückgeblieben?

Nein, über Fünfen kann man nicht mit jeder reden! Aber mit Sabsi schon. Sabsi, eigentlich Sabine, hat zwei Kinder, ihr Elfjähriger ist entwicklungsverzögert, die Neunjährige hat Legasthenie und Dyskalkulie.

„Wie habt ihr das denn damals herausgefunden?“, frage ich sie jetzt bei einem Tee. Unsere Kinder toben derweil vorm Haus herum.

„Ach, beim Großen stand ja von der ersten Klasse an fest, dass er langsam ist. Er wurde dann zurückgestellt und ist nun in der Förderschule. Der Kleine tat sich im ersten und zweiten Schuljahr vergleichsweise leicht, aber in der Dritten wurde er immer schlechter. Ich las dann in der Zeitung von Legasthenie und Dyskalkulie und wollte ihn testen lassen, in vielen Schulen machen das die Schulpsychologen. Aber unsere Lehrerin winkte ab. Ich solle mich damit abfinden, zwei lernschwache Kinder zu haben, basta. Zum Glück fand ich im Internet dann den Arbeitskreis Legasthenie Bayern e. V.! Dort kann man Kinder extern testen lassen, zum Schuljahreswechsel gibt es häufig sogar Gratis-Tests.“

„Und wie lief das ab?“

„Mein Kleiner machte einen Rechtschreib- und einen Rechentest und danach noch andere Tests, auf den IQ und auf ADS. Beim Augenarzt und Ohrenarzt waren wir auch. Er ist kerngesund und schlau, sein IQ ist 118. Damit sollte ein Kind eigentlich ein Abi schaffen! Doch er hat  tatsächlich Legasthenie und Dyskalkulie und nimmt Zahlen und Buchstaben anders wahr als andere. Das zu wissen, ändert einiges.“

Wir reden noch ganz lange. Sabsi meint auch, die Förderschule sei für ihren Großen die beste Wahl, der Kleine habe jetzt in der Regelschule einen Nachteilsausgleich, werde von der Lehrerin entlastet und bekomme zusätzlich eine Therapie.

„Seitdem geht er wieder gern zur Schule“, schwärmt Sabsi und ich will mein Mädchen diesen Test unbedingt machen lassen.

P.M. Augsburg

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