Blog zu Legasthenie und Dyskalkulie

Arbeitskreis Legasthenie Bayern e.V.

Dyskalkulie

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Was ist Dyskalkulie / Rechenschwäche bzw. Rechenstörung?

AKL - Dyskalkulie

Was ist Dyskalkulie?

Unter Dyskalkulie versteht man eine schwere Beeinträchtigung beim Erlernen des Rechnens.

Obwohl ein Kind normal beschult wird, in gesellschaftstypischen Familien­verhältnissen lebt und durchschnittlich oder sogar überdurchschnittlich intelligent ist, fällt es ihm extrem schwer, das Rechnen zu erlernen. Da das Kind nur in diesem einen eng umgrenzten Bereich eine Lernstörung hat, spricht man –wie bei einer Legasthenie – auch hier von einer Teilleistungsstörung.

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sind ca. 4 bis 7 Prozent aller Kinder von Dyskalkulie betroffen, Mädchen häufiger als Jungen.

Oft haben Kinder, die unter Dyskalkulie leiden, hohe Begabungen in anderen Bereichen, wie etwa im sprachlichen, sozialen, handwerklichen, sportlichen oder musischen …

Die Teilleistungsstörung Dyskalkulie wird bis heute in der Öffentlichkeit noch viel zu wenig beachtet. Aus diesem Grund bleibt sie oft unerkannt und wird folglich nicht therapiert. Das kann eine Reihe von Folgeproblemen für die Kinder nach sich ziehen.

Wie zeigt sich Dyskalkulie?

Dyskalkulie zeigt sich in unterschiedlichen Ausprägungen, die sehr individuell sind. Nachfolgend finden Sie Beispiele für typische Schwierigkeiten:

  • mangelnde Zahl- und Größenvorstellung
  • Kinder gehen beim Zählen und Rechnen impulsiv vor: sie schätzen oder raten
  • Zahlenfolgen werden nicht beherrscht, besonders beim Rückwärtszählen
  • Ziffern werden seitenverkehrt geschrieben 6/9
  • Stellenwerte werden vertauscht 13/31
  • Probleme beim Erfassen von Mengen
  • Mängel in der Raumorientierung
  • Einmaleins wird nicht oder nur sehr mühsam gelernt
  • große Schwierigkeiten mit der Zehnerüberschreitung; sie gelingt im
    1. Schuljahr nicht und macht auch im 2., manchmal sogar im 5. Schuljahr noch Schwierigkeiten.
  • Verwechslungen von Operatoren (+/-, x/:)
  • unverhältnismäßig viel Zeit für Rechenaufgaben

Folgeprobleme der Dyskalkulie:

Zu Unrecht werden Kinder, die unter Dyskalkulie leiden, manchmal als dumm oder faul bezeichnet.

Die Hausaufgabensituation eskaliert zuweilen. Trotz aller Mühe, viel Ausdauer und schier endlosen Anläufen sind die Lernfortschritte typischerweise gering. Dies kann zu Ärger und Spannungen zwischen Eltern und Kind führen, was wiederum das Lernen erschwert. Ein Teufelskreis ist entstanden.

Bleibt Dyskalkulie unerkannt und unbehandelt, können sich schwerwiegende Folgeerscheinungen zeigen, wie z.B.

•   emotionaler Art:

Selbstwertverlust, Traurigkeit, Ängste, Versagensgefühle

•   körperlicher Art:

Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit

•   schulischer Art:

Konzentrationsprobleme, generelles Leistungsversagen

•   Verhaltensauffälligkeiten:

Aggressionen, sozialer Rückzug, Clownereien

Ursachen

Die Ursachen von Dyskalkulie sind – ähnlich wie bei der Legasthenie -noch immer nicht eindeutig erforscht. Die neurobiologisch ausgerichtete Forschung geht auch hier von einer Störung der Wahrnehmungsverarbeitung im Gehirn aus. Erbfaktoren spielen eine Rolle. Man vermutet, dass ein Komplex verschiedener Faktoren ursächlich ist.

Ganz wichtig: Niemand hat Schuld! Weder hat das Kind Fehler beim Lernen gemacht, noch haben Eltern Fehler in der Erziehung oder Lehrer im Unterricht etwas falsch gemacht.

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